Warum Panikattacken sich so bedrohlich anfühlen – und was im Umgang damit helfen kann
Eine Panikattacke kann sehr belastend sein. Viele Menschen haben in diesem Moment das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder körperlich ernsthaft erkrankt zu sein. Die Beschwerden können so intensiv sein, dass sie zunächst erschrecken.
Die gute Nachricht: Hinter einer Panikattacke steckt häufig eine starke Stressreaktion des Körpers. Zu verstehen, was dabei geschieht, kann vielen Menschen helfen, die eigenen Reaktionen besser einzuordnen.
Was passiert bei einer Panikattacke?
Bei einer Panikattacke wird das körpereigene Alarmsystem aktiviert. Dieses System hat die Aufgabe, uns in Gefahrensituationen zu schützen und den Körper auf schnelles Handeln vorzubereiten.
Heute kann dieses Alarmsystem unter anderem durch anhaltenden Stress, starke innere Anspannung oder belastende Gedanken aktiviert werden – auch dann, wenn keine tatsächliche äußere Gefahr besteht.
Typische Beschwerden können sein:
Herzklopfen oder schneller Puls
Schwindel oder Unsicherheitsgefühl
Enge- oder Druckgefühl in der Brust
Zittern oder Kribbeln
das Gefühl, die Umgebung wirke unwirklich
starke innere Unruhe
die Sorge, dass etwas Schlimmes passieren könnte
Diese Beschwerden entstehen durch körperliche Reaktionen des Nervensystems und können sich sehr intensiv anfühlen.
Eine Panikattacke klingt in der Regel wieder ab. Halten Beschwerden an, treten sie erstmals auf oder bestehen Unsicherheiten über die Ursache, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Warum Angst manchmal stärker wird
Wenn Angst auftritt, versuchen viele Menschen verständlicherweise, sie möglichst schnell wieder loszuwerden. Manche lenken sich ab, beobachten ihren Körper sehr genau oder vermeiden bestimmte Situationen.
Kurzfristig kann das entlastend sein. Langfristig kann Vermeidung jedoch dazu beitragen, dass die Angst bestehen bleibt oder sich verstärkt. Deshalb kann es hilfreich sein, schrittweise einen anderen Umgang mit den eigenen Angstreaktionen zu entwickeln.
Was im Umgang mit Angst hilfreich sein kann
Jeder Mensch erlebt Angst anders. Deshalb gibt es keine Methode, die allen gleichermaßen hilft. Manche Menschen empfinden jedoch folgende Strategien als unterstützend:
Den Blick nach außen richten
Bei starker Angst richtet sich die Aufmerksamkeit häufig vollständig auf den eigenen Körper.
Es kann hilfreich sein, die Aufmerksamkeit bewusst auf die Umgebung zu lenken. Nehmen Sie zum Beispiel wahr:
Was sehe ich gerade?
Welche Geräusche höre ich?
Welche Gegenstände befinden sich um mich herum?
Diese Übung kann dabei unterstützen, den Fokus wieder auf den gegenwärtigen Moment zu richten.
Die Atmung ruhig fließen lassen
Viele Menschen versuchen während einer Panikattacke besonders tief zu atmen. Manche erleben dies als hilfreich, andere eher nicht.
Oft wird es als angenehmer empfunden, die Atmung möglichst ruhig und ohne Druck fließen zu lassen. Welche Atemtechnik passend ist, kann individuell unterschiedlich sein.
Gedanken als Gedanken wahrnehmen
Während einer Panikattacke wirken beängstigende Gedanken häufig sehr überzeugend.
Manchen Menschen hilft es, sich bewusst zu machen, dass Gedanken nicht zwangsläufig Tatsachen sind. Diese Haltung kann den Umgang mit belastenden Gedanken erleichtern.
Sicherheit im Alltag stärken
Neben einer schrittweisen Auseinandersetzung mit Ängsten kann es hilfreich sein, regelmäßig Situationen zu schaffen, die als beruhigend oder stabilisierend erlebt werden.
Dazu können – je nach persönlicher Situation – beispielsweise gehören:
Spaziergänge oder leichte Bewegung
regelmäßige Pausen
Entspannungsübungen
bewusst angenehme Momente wahrnehmen
ein freundlicher und geduldiger Umgang mit sich selbst
Welche Strategien als hilfreich erlebt werden, ist individuell unterschiedlich.
Wann professionelle Unterstützung sinnvoll sein kann
Angst gehört grundsätzlich zu den normalen menschlichen Gefühlen und erfüllt eine wichtige Schutzfunktion.
Wenn Ängste jedoch über längere Zeit bestehen, den Alltag deutlich beeinträchtigen oder zu einem starken Vermeidungsverhalten führen, kann eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung sinnvoll sein. Gemeinsam können die Ursachen eingeordnet und geeignete Behandlungsmöglichkeiten besprochen werden.
Fazit
Panikattacken können sich sehr bedrohlich anfühlen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine akute körperliche Gefahr besteht.
Ein besseres Verständnis der eigenen Reaktionen sowie ein individueller Umgang mit Angst können für viele Menschen hilfreiche Schritte sein. Welche Unterstützung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation ab.
Wenn Sie Fragen zum Thema Angst oder Panik haben oder sich über mögliche Unterstützung informieren möchten, können Sie sich gerne an mich wenden.
Herzliche Grüße
Eva Markert
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik, Beratung oder Behandlung.
